Blutuntersuchung2018-11-17T10:59:29+00:00

Blutuntersuchungen

Welche Blutuntersuchungen sind sinnvoll?

Basisdiagnostik:

Beim Verdacht einer Schilddrüsenfunktionsstörung misst man das Hormon, das als erstes verändert ist, das TSH. Dieses alleine reicht aus, um eine Über- oder Unterfunktion zu finden.
Ist das TSH außerhalb des Normbereiches, soll die Ursache weiter abgeklärt werden. Hierzu benötigt man zum Ausschluss einer Hashimoto-Entzündung oder Morbus Basedow die Antikörper (TPO/TRAK) und um eine Umwandlungsstörung zu Erkennen und das Ausmaß der Funktionsstörung festzulegen die Werte freies T3 und freies T4.

Funktionsteste:

Wenn Zweifel bestehen, ob eine Veränderung des TSH von der Schilddrüse stammt oder andere Ursachen hat, kann ein TSH-Test Klärung bringen. Ist nicht klar, ob die Fehlfunktion von der Schilddrüse selbst kommt oder aus einer Fehlsteuerung des Gehirnes kann die Testung des TRH sinnvoll sein.

Schilddrüsenknoten:

Bei Schilddrüsenknoten kann es sich um Knoten der Schilddrüse, der sogenannten C-Zellen die für den Kalziumhaushalt verantwortlich sind, oder um Knoten der Nebenschilddrüse handeln. Hier hilft eine Bestimmung des Calcitonins und des Parathormons weiter.

Autoimmunerkrankungen:

Besteht der Verdacht einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bestimmen wir die Antikörper um die Diagnose zu sichern.
Bei einer Hashimoto-Entzündung hilft die TPO meist weiter. Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO) sind bei über 90 Prozent der Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis und über 70 % der Patienten mit einem aktiven Morbus Basedow nachweisbar. (gleichbedeutend mit MAK).
Bei einem Morbus Basedow sind die TRAKs (TSH-Rezeptor-Autoantikörper) erhöht. Das Vorhandensein von TRAK im Blut eines Patienten ist praktisch beweisend für die Diagnose Morbus Basedow.

Es kommen aber häufig Mischformen und Kombinationen von Antikörpern vor, so dass eine individuelle Diagnostik und daraus folgende Behandlung notwendig ist.

Welche Kontrolluntersuchungen im Blut sind sinnvoll?

Schilddrüsenunterfunktion:

Die Schilddrüsenunterfunktion wird durch ein erhöhtes TSH beschrieben. Die Werte für fT3 und fT4 können ebenfalls erniedrigt sein.
Bei der Therapie (meist mit dem Hormon T4) wird die Medikation über den TSH-Wert gesteuert. Dieser wird individuell auf einen Zielbereich festgelegt und die Dosierung entsprechend angepasst. Bis zum Erreichen des Zielwertes werden in ca. vier- bis sechswöchigen Abständen der TSH-Wert gemessen. Ist das Ziel erreicht, reichen meist Kontrollen in Abständen von sechs Monaten aus. Eine Kontrolle der fT3 und fT4-Werte sind nur notwendig, wenn das TSH nicht zur Beurteilung herangezogen werden kann. Dies kann bei bestimmten Erkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahmen der Fall sein.
Bei der Hashimoto-Entzündung können die Antikörper (TPO) erhöht sein. Sind diese nachgewiesen erfolgen keine weiteren Kontrollen des TPO, da die Höhe der Antikörper keine Aussage über die Funktion oder das Ausmaß der Entzündung zulassen.

Schilddrüsenüberfunktion:

Bei der Schilddrüsenüberfunktion dient die Schilddrüsenmedikation der Normalisierung der freien Hormone (fT3 und fT4) im Blut. Dazu muss man die freien Hormone fT3 und fT4 und auch das TSH bestimmen. Ist das Ziel erreicht erfolgen die Kontrollen in etwa sechswöchigen Abständen.
Liegt ein Morbus Basedow vor, wird die wiederholte Bestimmung des Antikörperspiegels (TRAK) zur Abschätzung der Prognose und Einleitung weiterer Therapieschritte herangezogen.