Autoimmunerkrankungen – wenn der Körper sich selbst zerstört

Autoimmunerkrankung ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache Immunreaktionen gegen körpereigene Gewebe sind.

In westlichen Ländern sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung von irgendeiner Autoimmunkrankheit betroffen, die häufigsten sind Schuppenflechte, rheumatoide Arthritis, Hashimoto und Morbus Basedow.
Viele Autoimmunerkrankungen sind unter Frauen häufiger als unter Männern.

Therapie

Autoimmunerkrankungen sind bisher unzureichend verstanden und nicht kausal behandelbar; sie bleiben für gewöhnlich lebenslang bestehen und können nötigenfalls entzündungshemmend (immunsuppressiv) behandelt werden, um Beschwerden und fortschreitende Organzerstörung zu verhindern.

Entstehung

Die Entstehung von Autoimmunerkrankungen kann am ehesten mit einem Risikofaktormodell (engl. Bad luck and bad genes. ungefähr: ‚Pech und schlechte Gene‘) beschrieben werden: Genetische Faktoren einerseits und Umweltfaktoren (Stress, Infektionen, Schwangerschaft, …) andererseits beeinflussen das Erkrankungsrisiko, ohne dass eine bestimmte genetische Ausstattung oder eine bestimmte Umwelt eine Autoimmunerkrankung sicher bewirken oder verhindern könnte. Dieses Risikomodell ist vermutlich nicht allein Ausdruck unseres unvollständigen Wissens; zur Entstehung einer Autoimmunerkrankung ist wohl tatsächlich eine Menge Pech erforderlich.

Beispielsweise geht man bei der Hashimoto-Entzündung davon aus, das ein banaler Virusinfekt eine überschießende Körperreaktion hervorruft, die nicht nur die Eindringlinge zerstört, sondern auch gleichzeitig körpereigenes Schilddrüsengewebe.

Quelle: Wikipedia